Taufsymbole
Damit das Sakrament der Taufe auch wirklich zum „heiligen Zeichen“ wird, gibt es neben dem Wasser noch andere Taufsymbole. Sie sollen deutlich und für alle spürbar machen, dass Gott auch wirklich da ist und
seine Zusage gibt!
seine Zusage gibt!
Kurz vor der Taufe wird das (warme) Wasser durch ein Segensgebet zu Weihwasser. Aber warum überhaupt wird mit Wasser getauft?
Ohne Wasser kann der Mensch nicht leben. Auch Pflanzen und Tiere würde es ohne Wasser nicht geben. Wasser reinigt und erfrischt. Wasser ist lebensnotwendig!!! In vielen Religionen reinigt Wasser von Schuld und stellt so die Verbindung von Gott und Mensch wieder her. Auch in der Bibel ist Wasser wichtig: Gottes Geist schwebt am Anfang über den Chaoswassern, nach der großen Flut setzt Gott mit Noah einen neuen Anfang, die Israeliten ziehen durch das Meer in die Freiheit, in der Wüste gibt Gott seinem Volk frisches Wasser. Im Gespräch mit der Frau am Jakobsbrunnen bezeichnet Jesus sich selbst als Wasser, das neues Leben schenkt.
Wasser kann aber nicht nur Leben retten und erneuern, sondern auch sehr gewaltig sein und zerstören z.B. bei Überschwemmungen können Menschen ertrinken. Das Wasser der Taufe ist dieses lebensschaffende Wasser, das uns mit Jesus verbindet. Bei der Taufe gießt der Priester oder Diakon dem Täufling dreimal Wasser über den Kopf. Dieses fließende Wasser symbolisiert lebenspendende Kraft. Durch das Übergießen mit geweihtem Wasser wird sichtbar, dass der Mensch in seinem Leben von Gott begleitet ist und ab jetzt aus der Kraft Gottes lebt.
Wenn wir beim Kircheneingang Weihwasser gebrauchen, ist das ein Zeichen und wir erinnern uns an die Taufe.
Das Kreuz ist sowohl Kennzeichen der Christen als auch gleichzeitig die dichteste Zusammenfassung unseres Glaubens, des Bekenntnisses zu Vater, Sohn und Geist. Gleich zu Beginn der Tauffeier zeichnen der Taufspender, die Eltern und Paten dem Täufling deshalb ein Kreuz auf die Stirn. Und auch beim Übergießen mit dem Wasser wird die Gebetsformel des Kreuzzeichens verwendet: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Das Kreuzzeichen ist Hinweis auf den Tod, aber auch und besonders auf die Auferstehung Jesu. Wenn wir uns mit dem Kreuz bezeichnen, drücken wir zudem unsere Verbindung mit allen Christen und mit Gott aus. Wenn wir ein Kind mit dem Kreuzzeichen bezeichnen, dann nehmen wir es in dem Moment in unsere Glaubensgemeinschaft mit hinein.
Nach der Taufe salbt der Zelebrant die Neugetauften mit Chrisam. Er sagt damit: Du bist ein besonderer Mensch und gehörst zu Jesus Christus! Die Worte „Chrisam“ und „Christus“ kommen vom gleichen griechischen Wort: salben. Christus ist „der Gesalbte“. Die Salbung des Neugeborenen mit diesem kostbaren Öl bedeutet daher: Jesus Christus ähnlich zu sein. Wer gesalbt ist, hat eine besondere Würde und Aufgabe, nämlich seine Fähigkeiten in der Gemeinschaft auszuleben. Früher wurden Priester, Könige und Propheten gesalbt. Also Menschen mit einer wichtigen Aufgabe. Auch wir als getaufte Christen sind durch die Salbung in Dienst genommen, diese Aufgaben auszuführen. Auch wir sollen (wie Priester) von der frohen Botschaft Gottes erzählen. Auch wir sollen (wie Könige) an gegebener Stelle leiten oder für Klarheit sorgen. Auch wir sollen (wie Propheten) für die Wahrheit einstehen und uns für Schwache ohne Stimme einsetzen.
Chrisam ist zudem ein Symbol für den Heiligen Geist. Nicht nur bei der Taufe wird der Mensch gesalbt. Auch beim Sakrament der Firmung, bei der Weihe eines Priesters und bei der Krankensalbung kommt der Chrisam zum Einsatz. Durch die Salbung wird der Mensch ge-/bestärkt für sein Leben und seine Aufgabe.
Den Neugetauften wird bei der Taufe das weiße Kleid übergelegt. Es ist ein Zeichen für ein „Neugeschaffen-Sein" und signalisiert: „Du gehörst jetzt zu Jesus Christus und bist ein Teil dieser großen Christen Gemeinschaft.“ Mit dem Anlegen des weißen Kleides soll aber auch auf den neuen Stand, die neue Würde des Menschen von Christus her, hingewiesen werden. Mit der Farbe „weiß" verbindet man neben Reinheit auch das Helle und Schöne mit Blick auf die Auferstehung. Auferstehung heißt, dass Getaufte auferweckt werden. Das bedeutet: Der Tod ist nicht das Ende. Wie Jesus Christus werden wir nach dem
Tod leben, bei Gott.
Tod leben, bei Gott.
Wenn jemandem „ein Licht aufgeht", dann sieht er wieder klar und gewinnt Orientierung. Für Christen ist Jesus dieses Licht. Er ist uns Vorbild. Wenn einer der Taufpaten die Taufkerze an der Osterkerze anzündet, dann sagen wir damit: Das Kind erhält Licht von Jesus her, damit es nun selbst „Licht der Welt" sein kann. Generell im Christentum ist das Licht ein wichtiges Symbol. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt“. Deshalb ist die Osterkerze das Symbol für Jesus Christus, der gestorben und auferstanden ist. Er hat uns dadurch gezeigt, das Dunkle und Böse in der Welt hat nicht das letzte Wort. Der Täufling soll dieses Jesus-Licht empfangen und weitergeben. Wer zu Jesus Christus gehört und aus seiner Botschaft der Liebe lebt, ist wie Licht. Er soll helfen, die Welt heller zu machen und Freude, Hoffnung und Frieden in die Welt hineintragen. Denn Jesus Christus sagt zu allen Getauften: „Ihr seid das Licht der Welt.“
Oft ist die Taufkerze verziert mit christlichen Symbolen z.B. einem Fisch, einer Taube, einem Kreuz oder Regenbogen. Diese Zeichen stehen für das erfüllte und lebendige Leben zusammen mit Gott.
Wenn der Zelebrant bei der Tauffeier den „Effata“-Ritus einbaut, berührt er die Sinnesorgane Ohren und Mund des Neugetauften mit der Aussage „Öffne dich!“. Gut hinhören, Zwischentöne und auch das Unausgesprochene heraushören, ist eine Kunst. Im Gewirr der Stimmen und Meinungen mit allen Sinnen wach und sensibel zu sein für die Botschaft Gottes, ist nicht einfach. Der Effata-Ritus greift diese Wirklichkeit auf und will Christen – und in besonderer Weise das neugetaufte Kind – ermutigen, Gottes Wort zu hören und sich dann auch dazu zu bekennen.
